In weiterer Folge zeige ich Euch einige Bilder aus Montreal. WM 2005. Damals bin ich noch in der Jugendklasse gesprungen, und war natürlich sehr stolz bei einer Weltmeisterschaft dabei sein zu dürfen.
Bei den großen Wettkämpfen sind meistens mehrere Nationen in einem Hotel untergebracht. Das gibt ausreichend Gelegenheit einander näher kennezulernen. Glückwünsche, Aufmunterungen, Stories usw. Alles relativ entspannt und locker...
Die Unterbringung bei den großen Ereignissen war bisher immer sehr angenehm. Das könnte sich in Zeiten der Wirtschaftskrise möglicherweise ändern. Aber der Stimmung unter den Sportlern wir das nicht schaden. Der Hauptbetätigungssort ist und bleibt ja doch das Bad.
Trotzdem sind die 7 bis 10 Tage Aufenthalt kein Urlaub. Trainingszeiten sind nach Nationen straff eingeteilt. Da heißt es meist frühmorgens ins Bad fahren, aufwärmen, damit man die oft recht zeitigen Termine wahrnehmen kann. 20 - 30 SpringerInnen auf 2 Brettern in 30 - 60 Minuten.......
Dann bleibt man in der Regel auch gleich im Bad und beobachtet die stattfindenden Wettkäpfe; In Montreal waren ja auch Anja Richter und Marion Reiff 10M Synchro mit dabei.
Da hat man mit dem Anfeuern schon ganz schön zu tun. Wobei der Österreicherblock im Vergleich zu anderen Nationen immer eher sehr klein und überschaubar bleibt. Aber man tut was man kann...
Trotzdem bleibt immer noch ein wenig Zeit um auch die Wettkampfstadt zu besichtigen. Eine Stadtrundfahrt und ein Einkaufsbummel gehen sich meistens aus. Aber nicht zu ausgedehnt, schließlich sind in den großen Städten auch die Fahrtzeiten entsprechend lang.
Je nachdem wie gut man springt, hat man mehr oder weniger zu tun. Vorkampf, Halbfinale und Finale. Nicht immer am selben Tag. Macht bei 2 Disziplinen schon 4 Wettkampftage.
Man hat ja jahrelang für die 40 - 60 Sekunden dauernde Vorfürung der Küsprüge trainiert und ist mit den besten Ambitionen angereist. Und wenn der Wettkampf nicht so gut gelaufen ist, hat man an Stadtbesichtigungen auch nicht gerade den großen Spaß.
Montreal war ein guter Boden für mich. Ist überraschend gut ausgegangen. Vor allem am 3M Brett. Der 14te Platz war schon ganz beachtlich. Und dann waren da noch die euphorischen Kanadier.. Die wollten ihren Alexandre selbstverständlich gewinnen sehen. Und der Mann hat es doch tatsächlich 2x geschafft.
Das ist es, wofür wir dort sind. Gewinnen oder möglichst gut abschneiden. So wie alle anderen Mädchen und Damen auch, die ebenfalls schon ein ganzes Sportlerleben lang tausende Trainingsspünge absolviert haben. (hier Heike Fischer Deutschland)
WM, EM und olympische Spiele sind die Highlights. Aber an den diversen Grand Prix Wettkämpfen teilzunehmen ist auch sehr erstrebenswert. Wir ÖsterreicherInnen konzentrieren uns dabei auf die europäischen Wettkämpfe. Ein Grand Prix in Übersee pro Jahr geht sich meistens auch noch aus.
In Rom bin ich bisher immer sehr gut gesprungen. Offenbar ein guter Ort und eine gute Zeit für mich, um geforderte Limits zu erbringen. Ohne Limiterfüllung gibt es keine Teilnahme an Großereignissen. (Hier im Bild mit Marion Reiff)
Pro Nation dürfen 2 SpringerInnen starten. Wobei die großen Springernationen wie China, USA, Rußland, Canada, Australien, Deutschland, Italien, Ukraine praktisch immer 2 Topathleten oder 2 Topathletinnen stellen können.
Damit sind die ersten 16 Plätze theoretisch schon fix vergeben. Bleiben noch 2 Plätze, um in das Halbfinale eines Wettkampfes zu gelangen. Bei der Grand Prix Serie aber sind niemals alle Nationen anwesend, weshalb man eine größere Chance hat, auch einmal ein Finale zu erreichen.
Wenn ich dann nicht nur in das Finale komme, sondern auch noch Fünfte der Endabrechnung werde, dann ist die Freude schon sehr groß. Das gibt Power, Elan und Drive für die nachfolgende Trainingsphase.
Denn die Hoffnung stirbt zueltzt, aus einem kleinen Land kommend, das nicht unbedingt zu den Favoriten zählt, doch einmal unter die Top 12 der Weltspitze zu springen, selbst dann, wenn die Anforderungen in unserer Sportart, wie in vielen anderen Sportarten auch immer anspruchsvoller werden.
Unsere Trainer geben jedenfalls ihr Bestes, damit wir an die Größten herankommen, und ja nicht hinter die Nachkommenden zurückfallen. Schon unter den 30 Besten zu bleiben ist kein Spaziergang - fordert viel Disziplin und Konsequenz ...
So können wir und unsere Trainer, abgesehen von der Saisonpause, den Sonntagen und ein paar ganz wenigen Jet-lag Erholungstagen an einer Hand abzählen, wann wir nicht im oder am Wasser sind...vorwärts, rückwärts; Delphin; Auerbach; Schraube....